
Globale Finanzwelt: Stairway to Heaven oder Highway to Hell?
Ob wir uns an den Internationalen Kapitalmärkten und der Weltwirschaft nach dem derzeitigen Finanz-Supergau zukünftig analog Led Zepellin wieder auf einem Stairway to Heaven befinden, oder ganz nach AC/DC weiter auf dem Highway to Hell kann ich auch nicht beurteilen. Ich persönlich glaube wir werden für lange Zeit irgendwo dazwischen sein, auch wenn ich mir bewusst bin, dass diese Aussage für Sie genauso viel Mehrwert bietet, wie viele Informationen die Sie aktuell erhalten und am nächsten Tag bereits wieder in die Tonne treten können. Aber alles in allem geht es darum Ihre Vermögenswerte zu schützen und zu erhalten. Von Mehrung möchte ich derzeit gar nicht mehr reden. Ich möchte Ihnen allerdings nochmals die aus meiner Sicht 5 zentralsten Risikofaktoren für Ihr Vermögen vor Augen führen. Die ersten beiden stelle ich Ihnen heute vor, die anderen folgen im Rahmen meiner nächsten Veröffentlichungen.
Es war noch nie leicht, ein Vermögen auf Dauer zu erhalten. Aus vielen Gründen glaube ich, dass die vergangenen 30 Jahre diesbezüglich die besten und “einfachsten” Zeiten waren, die es jemals gab und geben wird. Denn es war noch nie so leicht, große Vermögen erfolgreich zu verwalten - Aber eben nur bis 2000/2001!
Risikofaktor 1: Epochale globale Veränderungen
2000/2001 waren die großen Wendejahre sowohl in der Weltwirtschaft als auch in der Geopolitik. Seitdem hat sich einiges geändert.
USA
Die USA sind inzwischen nicht mehr in der Lage, ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen weltweit durchzusetzen - die Großmacht ist angeschlagen. Der Al-Kaida-Terror ist dafür das zeitgeschichtliche Symbol und der Anstieg des Ölpreises von 10 Dollar Ende 1999 auf 70 Dollar in 2006 und vielleicht auch nachhaltig auf über 150 Dollar und mehr im kommenden Jahrzehnt ist dafür die eindeutigste weltwirtschaftliche Kennziffer. Weltweit ist keine andere Wirtschaft so hochgradig abhängig vom Öl wie die USA, selbst China (noch) nicht.
China
China ist zur Wirtschafts-Großmacht aufgestiegen und hat damit sämtliche gewohnten Mechanismen der Weltwirtschaft außer Kraft gesetzt. Das bevölkerungsreichste Land hat seit 2001 sein Brutto-Inlandsprodukt mehr als verdoppelt. Gleichzeitig haben andere Schwellenländer ihr Wirtschaftswachstum enorm hochgedreht. Asien ist heute der Motor der Weltwirtschaft, nicht mehr die USA oder Europa.
Europa
In Europa wachsen zahlreiche Probleme transnational zusammen und entfalten zusätzliche Brisanz. Gleichzeitig läuft der Kontinent auf den letzten Reserven seines technischen Know-hows. Neben der unaufhaltsamen Überalterung der Gesellschaften von Finnland bis hinunter nach Sizilien “vergreist” auch die Wirtschaft. Die Fertigungsindustrien klappen reihenweise zusammen. Übrig bleiben Montagebänder, auf denen oftmals nur noch in Asien hergestellte Produkte zusammengebaut werden. Gleichzeitig nimmt der internationale Know-how-Wettbewerb und Innovationsdruck dramatisch zu. Dem rapiden und äußerst zielgerichteten Ausbau der chinesischen Universitäten hat Europa nichts entgegenzusetzen. Lediglich die USA halten noch mit.
Rohstoffe
Rohstoffe haben sich weltweit verknappt und werden sich weiter verknappen. Es bedarf keiner großen Erklärung, dass Rohstoffe buchstäblich eine fundamentale Bedeutung haben. Neu seit sechs Jahren ist das durchgängig abnehmende Versorgungsniveau. Der ausreichende Zugang zu Rohstoffen wird in Zukunft großen Einfluss auf wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg haben. Außenpolitik wird daher zunehmend zur Rohstoff-Sicherungspolitik.
Auf dem 2. Rohstoffkongress BDI räumte selbst Angela Merkel ein: “Europa hat manchmal ein Tempoproblem.” China agiere bei der Besetzung relevanter Rohstoffmärkte schneller und zielstrebiger. Und wohin in der Welt wir auch kommen, waren fast immer schon andere Politiker da, die sich für ihre Staaten bestimmte Rohstoffreserven gesichert haben und das auf ziemlich lange Zeit, so Angela Merkel auf dem Rohstoff-Kongress. Die Rohstoffpreise sind laut dem Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) von 2003 bis Ende 2006 um über 80 Prozent gestiegen, in wichtigen Bereichen (z. B. Eisenerze) noch wesentlich stärker
Spekulatives und Risikobehaftetes Kapital in Produkten die keiner versteht
Spekulatives Geld und neuartige Finanzaktivitäten haben die verschiedenen wirtschaftlichen Sphären und Regionen para-wirtschaftlich verflochten. Die Niedrigzinsphase nach dem Marktzusammenbruch im Jahr 2000 hat zu einer Aufblähung des spekulativen Kapitals geführt. Es “wandert” um die Welt und findet immer neue “Basiswerte”, auf die in abgeleiteter Form mit geliehenem Geld spekuliert wird (Futures, Optionen, Verbriefungen, etc.) Diese Nebenmärkte stehen heute z.B. in Form von Zertifikaten auch Privatanlegern offen. Das Resultat ist eine Nebenwirtschaft, die völlig anderen Gesetzen folgt, als die althergebrachte Basiswirtschaft, und die teilweise die jeweiligen Basiswerte dominieren kann!
Sogenannte Hedgefonds sind die Treiber dieser Entwicklung. Ihr wesentliches Kennzeichen ist, dass sie im Gegensatz zu sämtlichen anderen Finanzmarktteilnehmern völlig unreguliert und unkontrolliert agieren können. Von den Fehlentwicklungen in diesem Segment sind übrigens regelmäßig große Vermögen überproportional betroffen, weil viele Banken ihren Private Banking Kunden gerne solche “alternativen Investments” ins Depot buchen. Die Hedgefonds sollen inzwischen 1.400 Milliarden Dollar steuern. Circa 70 bis 80% davon sind von den Banken geliehen.!
Die Banken verbriefen solche Ausleihungen meist und verkaufen sie in kleinen Stücken an Pensionskassen und Privatanleger. Die freuen sich über das vermeintlich “sichere” Festverzinsliche Papier in ihren Depots. Fragt sich nur, wie lange noch?! Der Ökonom Roger Kubarych von der HypoVereinsbank USA meinte dazu kürzlich: “Gehen die Wetten der Fonds nicht auf, kann das ganze Finanzsystem in Bedrängnis geraten.”
Mein Fazit
Sie sehen: In diesem Jahrzehnt ist bereits Entscheidendes passiert - und Sie können sich darauf gefasst machen, dass Weiteres geschehen wird. Ihr Vermögen ist heute quasi Zwangsmitglied in einem weltweit verflochtenen Risikokonglomerat. Und hier ziehen Leute die Strippen, bei denen nicht immer sicher ist, ob sie noch wissen, was sie tun.
…ganz nach James Dean gilt für viele Bankvorstände: Denn Sie wussten nicht was Sie tun und wissen es auch heute noch nicht!
Risikofaktor 2: Starres Festhalten an alten Rezepten
Schauen Sie - als Musterbeispiel für traditionelle Vermögenssicherung - einmal auf die beliebte Anlageklasse “Immobilien”. Laut Deutscher Bundesbank stiegen die Baulandpreise zwischen 1975 und 1985 um nahezu 200% - Aus 1 Million DM Baulandvermögen wurde also 3 Millionen DM. In den darauffolgenden zehn Jahren tat sich dagegen im Durchschnitt nur noch sehr wenig, und zwischen 1995 und 2000 ergab sich noch einmal ein Preisaufschwung von rund 25%.
Immobilienblasen gab und gibt es auch in England, Spanien oder Italien
Seitdem geht es aber in Deutschland eher seitwärts oder abwärts mit den Preisen, je nach Region sogar steil abwärts. Im Durchschnitt haben sich die Preise für Wohneigentum von 1999 bis 2005 sogar um 4,3% verringert (Quelle: EZB). Um es klar zu sagen:
Die Renditekurve für Immobilien zeigt in Deutschland nach unten - nur noch Ausnahmesituationen bieten langfristig gute Chancen.
Diese Negativentwicklung ist noch eine Besonderheit in Europa. Inzwischen mehren sich allerdings die Zeichen, dass auch in den Immobilienboom-Regionen von England, Spanien oder Italien die blasenartige Entwicklung zum Stillstand kommt und platzt.
In den USA ist die Immobilenblase bereits mit dramatischen Folgen geplatzt. Institutionelle Investoren und große Immobiliengesellschaften wie die deutsche IVG zum Beispiel haben bereits begonnen, die Investments schneller zu “drehen” - das heißt: Zwischen Kauf und Verkauf einer Immobilie liegen immer kürzere Zeitspannen.
Demografie: Wer soll denn in den Immobilien wohnen?
Außerhalb weniger besonders begehrter Standorte sind bereits herbe Verluste zu beobachten. So wie heute in manchen Regionen Deutschlands Immobilien fast nicht mehr handelbar sind, weil die Nachfrage aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen komplett verschwunden ist, so kann es künftig europaweit zu erheblichen Problemen bei der Nachfrage kommen.
Die Anlageklasse Immobilien ist bei vielen übergewichtet
Wo liegt das generelle Problem? Etwa 41% des Vermögens der Deutschen besteht aus Immobilien. Und gerade vermögende Privatinvestoren sind häufig stark und sehr langfristig in Immobilien engagiert. Viele halten Mietshäuser für die sichersten Bausteine Ihres Vermögens.
Eine hohe Investitionsquote in Immobilien bringt freilich noch weitere vielfältige Risiken mit sich
Zu den bekannten Faktoren (Vermietungsrisiko, bautechnische Überalterung, Lage etc.) kommt neuerdings also ein extrem gefährliches Risiko hinzu - das Risiko, dass die errechnete Wertsteigerung nicht eintritt und - noch viel schlimmer - sich sogar in einen Wertverlust umkehrt!
Rechnen Sie nach Abzügen für Zinsen, Instandhaltung, Steuern und Inflation
Lange Zeit wiegt man sich in Sicherheit, schließlich hat sich der Wert von Immobilien mit der Zeit ja noch immer erhöht. Eines Tages, nach 10 oder 20 Jahren vielleicht, will man verkaufen und stellt fest, dass man nach allen Abzügen für Zinsen, Instandhaltung, Steuern und Inflation sein Vermögen komplett falsch geparkt hatte. Es hat sich negativ entwickelt. Mit einer gut sortierten Struktur hätten Sie Ihr Vermögen stattdessen vervielfachen können!
Die Konsequenz kann sich jeder ausrechnen: Anlagefehler im Bereich Immobilien können sofort die Gesamtrendite Ihres Vermögens schwer beschädigen. Das betrifft nicht nur die legendären “Schrottimmobilien”, die viele Menschen in Deutschland buchstäblich ruiniert haben. Auch bessere Immobilien können durch Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Seenot geraten.
Mein Fazit
Wer einen großen Teil seines Vermögens in Immobilien investiert hat, muss jetzt genau überprüfen, ob er überhaupt noch eine Rendite erzielt bzw. ob die Rendite noch akzeptabel ist. Denn anders als in der Vergangenheit gibt es bei Immobilien keinen “automatischen” Wertzuwachs mehr.
Asynchrone Immobilieninvestitionen
Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass Sie jetzt von allen Immobilien die Finger lassen sollten. Vielmehr müssen Sie über den Einsatz von international diversifizierten Immobilieninvestitionen nachdenken, mit denen Sie die asynchron tickenden “Immobilienuhren” der verschiedenen Länder flexibel ausnutzen sowie Vorteile in den steuerlichen Rahmenbedingungen für sich spielen lassen können. Denn nicht überall auf der Welt sehen die Immobilienmärkte gleich desolat aus und sind die steuerlichen Rahmenbedingungen gleich schlecht. Aber das muss man erst einmal wissen!
Die Gewinner von gestern, die Verlierer der Zukunft?
Was ich Ihnen aber eigentlich am Beispiel der Immobilien darstellen möchte, ist ein anderer ganz entscheidender Punkt und ich kann hier nicht eindringlich genug an Sie appellieren:
+ Starres Festhalten an den Rezepten der Vergangenheit gefährdet Ihr Vermögen!
+ Strategien, die in den letzten 30 Jahren erfolgreich waren, können möglicherweise in den nächsten
30 Jahren den Niedergang Ihres Vermögens bewirken!
Das zeigt die Anlageklasse Immobilien beispielhaft. Die Renditen der 70er und 80er Jahre sind dort heute kaum noch zu bekommen und auf keinen Fall so leicht und locker wie in der Vergangenheit. Nur ist dies in den Köpfen der Anleger noch nicht angekommen.
Abgesehen von den vielen steuerlichen Verschlechterungen bei Immobilieninvestitionen ändert sich das demografische, wirtschaftliche und technische Umfeld derartig stark, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit deutschen Immobilien Ihr Geld vernichten, noch nie so groß war wie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.
Dagegen müssen Sie etwas tun, indem Sie rechtzeitig vorbeugen!