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KAPITALANLEGER - DAS VOLK DER BAUCHGEFÜHLSRECHNER
 

von MARKUS MILLER

Die deutschen Wertpapierbesitzer wollen ihr Vermögen künftig weniger als bisher in Aktien investieren. Bei ihren Anlagenentscheidungen ist das „Bauchgefühl" einer der wichtigsten Faktoren. Dies sind die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage mit dem Titel „► Wertpapiere – Transaktionen – Banken 2010". Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut forsa im August und September 2010 unter 1.020 Wertpapierbesitzern im Auftrag der Deutschen WertpapierService Bank AG (dwpbank) durchgeführt.

Ihre Anlageentscheidungen treffen die deutschen Wertpapierbesitzer nach dieser Erhebung vor allem auf Basis der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung und ihres „Bauchgefühls"

Für 71 Prozent aller Befragten ist die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Welt ein wichtiger oder sogar sehr wichtiger Aspekt bei Investments. Das „Bauchgefühl" ist mit 59 Prozent der zweitwichtigste Faktor für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die Empfehlung des Bankberaters kommt mit 49 Prozent auf den vierten Rang. Einstufungen von Analysten rangieren mit 21 Prozent auf den hinteren Plätzen und Empfehlungen von Freunden oder Bekannten bringen es nur auf 17 Prozent.

"Bauchgefühl" ist für 59 Prozent aller Wertpapierbesitzer bei ihren Anlageentscheidungen wichtig oder sogar sehr wichtig!

34 Prozent der Wertpapierbesitzer planen nach dieser Studie künftig einen geringeren Einsatz von Aktien bei der Anlage ihres Vermögens – lediglich 14 Prozent wollen Aktien mehr als bisher einsetzen. Auch Versicherungsprodukte, wie Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen wollen Wertpapierbesitzer weniger als bisher nutzen.

Gegenüber einer vor 12 Monaten von der dwpbank beauftragten Umfrage hat sich die Abneigung gegen Aktieninvestments ebenso deutlich reduziert

2009 hatten noch 56 Prozent aller deutschen Wertpapierbesitzer angegeben, Aktien weniger einsetzen zu wollen und 49 Prozent gaben dies für Versicherungsprodukte an. Favoriten in der Anlegergunst werden künftig gemäß Umfrageergebnis Tagesgeld und Festgeld sein. 29 Prozent der Befragten wollen diese Anlageformen mehr als bisher nutzen, nur 13 Prozent weniger. Bei diesen letztgenannten Anlageformen ergaben sich nur geringe Änderungen gegenüber den Ergebnissen von 2009. Immobilien wollen 21 Prozent der deutschen Wertpapierbesitzer künftig mehr und ein gleich hoher Prozentsatz weniger nutzen. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahreswerten (16 Prozent zu 33 Prozent).

Für jeden dritten deutschen Wertpapierbesitzer ist Rendite bei Investments zweitrangig gegenüber Sicherheitsaspekten

Interessiert hat die dwpbank auch die Einstellung der deutschen Wertpapierbesitzer bezüglich Renditeerwartung bei ihren Investments und der als akzeptabel eingestuften möglichen Verluste. Für jeden dritten deutschen Wertpapierbesitzer ist Rendite bei Investments zweitrangig gegenüber Sicherheitsaspekten: 29 Prozent der Befragten orientieren sich bei ihrer Renditeerwartung an Benchmarks und 27 Prozent haben eine feste absolute Rendite als Ziel. Auch bei möglichen Verlusten mit einzelnen Assetklassen zeigen sich die deutschen Wertpapierbesitzer risikoscheu. Bei Aktieninvestments sehen nur 55 Prozent der Befragten einen temporären Wertverlust von 10 Prozent oder mehr als akzeptabel an. Bei Fonds akzeptieren nur 27 Prozent der Befragten einen Wertverlust von 10 Prozent oder mehr auf Jahresfrist. Bei Unternehmensanleihen sind es lediglich 19 Prozent und bei Bundeswertpapieren gar nur 7 Prozent der Befragten.

Das Fazit von Markus Miller zu den Ergebnissen dieser Studie

Für mich ist diese Studie absolut erschreckend, vor allem im Hinblick auf den offensichtlichen Haupt-Entscheidungsparameter von vielen Kapitalanlegern: das "Bauchgefühl". Glaskugeln und Wahrsager sind für mich eine Welt der Esoterik welche im Segment der professionellen Kapitalanlage - bei aller Behavioral Finance - keine Berechtigung haben düfen. Schon gar nicht als Grundlage für finanzielle Entscheidungen. Für mich gilt:

Rechnen statt raten - Setzen Sie auf ein strategisches, regelbasiertes und quantitatives Vermögensmanagement

Ich empfehle bei Aktienanlagen oder aktienmarktnahen Investments auf regelbasierte und quantitativ gesteuerte Modelle - ohne emotionale Einflussnahme - zu setzen.

Empfehlung: Kapitalanleger sollten ihre grundlegenden Anlageentscheidungen und Wertpapieranlagen nicht aufgrund von Markt- und Unternehmensprognosen oder Experten-Analysen treffen. Ebenso müssen auch "Bauchgefühle" - rein auf der Marktebene - für die strategischen Vermögensbestandteile massiv reduziert werden!

 
 
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